Die Innenraumbegrünung

Die LUFTQualität

 

Die Wirkung von Pflanzen bei der Reduktion von Schadstoffen in der Raumluft (auch als Grüne-Leber-Funktion bezeichnet) wird seit Mitte der 80er-Jahre wissenschaftlich erforscht. Die Untersuchungen zeigen, dass die biologischen Prozesse zum Schadstoffabbau von der Vitalität der Pflanze abhängen, das heißt von ihrer Photosynthese-Nettoleistung bis hin zur Wachstumsdynamik im Wurzelbereich. Eine fixe Abbauleistung zu nennen ist daher nur schlecht möglich.

Pflanzen mit nachgewiesener Abbauleistung für Formaldehyd, die zugleich für Innenraumbegrünung geeignet sind:

 

o   Ficus lyrata

o   Hedera helix

o   Dracaena fragrans

o   Codiaeum variegatum

o   Chlorophytum comosum

o   Epipremnum aureum

o   Chamadorea seifrizii

o   Aglaonema commutatum

o   Syngonium podiophyllum

o   Ficus benjamina

o   Cissus rhombifolia

o   Nephrolepis exaltata

o   Philodendron scandens

o   Dracaena marginata

o   Schefflera arboricola

o   Dracaena deremensis

o   Howeia forsteriana

o   Yucca elephantipes

o   Rhapis excelsa

o   Ficus pumila

o   Spatiphyllum wallisii



Aus der Botanik ist allgemein bekannt, dass Pflanzen bei der Photosynthese Luft CO2 verbrauchen und dabei Sauerstoff freisetzen. Bezüglich einer Innenraumbegrünung ist hierbei die Frage nach der Leistungsfähigkeit zu stellen. Ein 25m hoher Alleebaum mit 14m breiter Krone und 2700m³ Kronenvolumen nimmt 2,4 kg CO2 pro Stunde auf und gibt 1,7 kg O2 ab. Er versorgt damit übers Jahr gesehen 10 Menschen.

150 m² Blattfläche werden wissenschaftlich als ausreichend zur O2-Versorgung und CO2-Entsorgung für einen Menschen angesehen.

Zum Vergleich: Zwei Meter hohe Ficus benjamina oder Tetrastiga voinerianum haben eine Blattoberfläche von 4-5 m². In der Relation müssten also, gleiche Photosyntheseleistung vorausgesetzt, etwa 30 bis 35 Pflanzen dieser Art in einem Büro vorhanden sein, um für einen arbeitenden Menschen Sauerstoff zu produzieren. 


Luftfeuchtigkeit

 

Pflanzen erhöhen durch ihre Transpirationsleistung die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Die Transpirationsleistung ist dabei abhängig von der eingestrahlten Energie und der Temperaturdifferenz der Pflanze zur Außenluft. Die erzielbare Wirkung von Pflanzen auf die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen hängt vom Bedarf zur Anhebung der Raumfeuchte in Relation zur Transpirationsfähigkeit der Pflanze ab. 

Um die Leistungsfähigkeit abschätzen zu können auch hier wieder einige Zahlen. Ein 25 m hoher Alleebaum mit ca. 1200 m² Blattfläche vermag Spitzenwerte im Sommer von 400 l Verdunstung proTag zu erreichen. Umgerechnet auf eine Innenraumbegrünungs-Pflanze mit rund 6 m² Blattfläche entspräche dies 2 l Verdunstung pro Tag. Will man nun in einem Büro von ca. 40 m² Grundfläche und einem Luftwechsel von 150 m³ pro Stunde, die Luftfeuchte von 34 % relativer Feuchte auf 45 % erhöhen, so benötigt man 0,5 kg Wasser pro Stunde.

Somit kann man sich vorstellen, welche intensive Begrünung für eine wirkliche Anhebung der Luftfeuchte notwendig ist. Pflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit also nur in einem Bereich, der den Einsatz technischer Luftbefeuchter nicht ersetzt. Andererseits vermeidet der Einsatz von Pflanzen die Gefahr von Pilzsporen, Amöben und Bakterien und sie leisten einen Beitrag zum Abbau abiotischer Schadstoffe in der Raumluft.


lärmschutz

Pflanzen leisten ebenso einen Beitrag zur Schalldämmung in Innenräumen.

Messungen ergaben einen linearen Anstieg der schalldämmenden Wirkung bei 3, 6 und 9 Pflanzen Ficus benjamina (Höhe 180cm), oder Tetrastigma voinierianum (Höhe 210cm) mit exponentiellem Anstieg der Wirkung oberhalb 1800 Hz. Quantitativ muss die Schalldämmung relativiert werden. Neun der beschriebenen Ficus-Pflanzen bringen in einem 30 m² großen Raum etwa 25 % der insgesamt erforderlichen Dämmung. In einem anderen Versuch entsprachen drei Ficus benjamina, Höhe 180cm etwa 8 m² Nadelflies-Teppichboden oder 5 m² Gardinen in ihrer schallschluckenden Wirkung.Tetrastigma voinerianum wirkten bei gleichgroßer Gesamtblattoberfläche um den Faktor 1,8 stärker schallschluckend. Dieser Faktor gibt auch exakt die Relation der Masse beider Pflanzen wieder. Damit ist ein Hinweis auf das artspezifische Schallabsorbtionsvermögen gegeben.

Aus den genannten Versuchsergebnissen zur Raumakustik bei Pflanzen lässt sich ableiten:

o   Gruppen von Pflanzen wirken besser als die gleiche Anzahl Einzelpflanzen oder Pflanzenaufstellung in Reihe.

o   Die Verteilung von Pflanzengruppen im Raum wirkt besser als eine Konzentration in Raummitte.

o   Die Aufstellung in Ecken und an Wänden wirkt geringer als die Konzentration der Pflanzen

    in der Raummitte.


Nutzen der Innenraumbegrünung

o   Die Investition einer Innenraumbegrünung erhöht die Attraktivität der Räume.

o   Das Wohlbefinden und damit die Leistungsfähigkeit des Menschen wird verbessert.

o   Stressabbau steigert die Leistungsqualität.

o   Verringerte Krankheitsanfälligkeit senkt die Personalkosten.

 

Es kann daher belegt werden, dass sich die Kosten für eine Innenraumbegrünung und deren Pflege allein durch die positiven Auswirkungen auf die Mitarbeiter von alleine tragen.